Wie vermeide ich die Dialysepflicht?
Autorin: Christa Marsig (2007)
Unter diesem Motto hatten wir zu unserem Treffpunkt am 6. März Herrn Dr. A. Dillmann, Oberarzt des „Klinikum Eilbek“ von der Abteilung für innere Medizin/Nephrologie, eingeladen.
Der Betriebsübergang des AK Eilbek zum Klinikum Eilbek wurde am 1.8.2006 vollzogen, und das Krankenhaus gehört seitdem zu den Schön-Kliniken. Die Schön-Kliniken sind eine private Trägerschaft und umfassen in Deutschland derzeit 12 Kliniken.
Herr Dr. Dillmann erfreute uns mit einem halbstündigen, interessanten Vortrag über die Möglichkeiten, die Dialysepflicht so lange wie möglich zu vermeiden.
Als Faktoren für eine Verschlechterung der Nierenfunktion sind uns unter anderem folgende bekannt: Bluthochdruck, Proteinurie (Eiweißausscheidung), niedriges HDL, interstitieller Schaden, Blei, Rauchen, Diabetes und Nephrotoxine. Die negativen Folgen sind: Erweiterung der Nieren-Gefäße, Hyperfiltration und Hypertrophie, „Wand-Stress“ und Vernarbung.
Es wird in erster Linie versucht, mittels einer - mehr oder minder - „scharfen“ Blutdruckeinstellung (abhängig von der Proteinurie) eine Verschlechterung zu vermeiden oder zumindest zu verzögern.
Blutdruck einstellen. Ziel: unter 130/80 mmHg (v.a. bei einer Proteinurie > 1g/Tag)
Proteinurie (Eiweißausscheidung) senken. Ziel: > 500 bis 1.000 mg/Tag oder 60% vom Ausgangswert besonders beim Diabetes mellitus
Empfehlung für die Ernährung. Eiweißarme Kost: 0,8-1g/kg/Tag, möglichst pflanzliches Eiweiß oder Eiweiß aus Eiern. Salzarme Kost: möglichst nicht zusalzen (verbessert die ACE-Hemmer-Wirksamkeit).
Weitere Empfehlungen: Diabetes gut einstellen Azidose korrigieren Rauchen vermeiden Knochenstoffwechsel einstellen Nephrotoxine meiden Blutfette normalisieren
Wer alle diese „guten Ratschläge“ möglichst diszipliniert befolgt, hat gute Aussichten, eine schnelle Nierenverschlechterung zu vermeiden.
Wir danken Herrn Dr. Dillmann für seine Ausführungen.
Was sonst noch?
Bei HD Hämodialyse, PD Peritonealdialyse, URR Harnstoffreduzierung müssen bestimmte individuelle Werte eingehalten werden.
Um diese Werte zu erreichen, ist es auch wichtig, dass Sie
- Ihre Medikamente wie verordnet einnehmen
- die Diätvorschriften einhalten
- Ihre Flüssigkeits- und Salzmenge nicht überschreiten
- keine Dialysen auslassen oder ohne Rücksprache verkürzen
- so viel wie möglich über Ihre Krankheit und Behandlung lernen. Fragen Sie Ihre Interessengemeinschaft, lesen Sie die Broschüren (und die Info).
- Sprechen Sie mit Ihren Ärzten, wenn Sie Fragen oder ein Problem haben.
Wir haben große Teile des Artikels von Frau Adeera Levin, MD FACP entnommen, der in der Zeitschrift „family focus“ der National Kidney Foundation/New York veröffentlicht wurde (Winter 2007, Jahrgang 16, Heft 1). Frau Professor Dr. Levin arbeitet und lehrt an der University of Britisch Columbia/Kanada und hat viele weitere Ämter in Amerika inne.
Peter Stoetzer