Sie sind hier: Medizin-Infos > Archiv > von Kopf bis Fuss
  
   


  • Information: Kostenloses Infotelefon: 040 - 22 80 26 50
  • Aktivitäten: Monatlich einmal findet ein Treffen statt!
  • Aktivitäten: Jährlicher einmal ein Busausflug!
  • Aktivitäten: Jährlich einmal veranstalten wir eine Jahresfeier.
  • Aktivitäten: Wir werben für Organspenden.
  • News Test
  • Aktivitäten: Messestand auf "Du und Deine Welt"
  • Aktivitäten: Patientenseminar
  • Information: Patientenverfügungen - Neue Rechtssicherheit
  • Aktivitäten: Informationsweitergabe an Mitglieder und "Neu-Patienten"


Von Kopf bis Fuß

National Kidney Foundation
The Renal Community´s Newspaper

Ebenso wie ein Auto, um gut zu laufen, benötigt Ihr Körper regelmäßige Aufmerksamkeit und Pflege, um gesund zu bleiben. Zusätzlich zur Beachtung in Bezug auf Dialyse- und Transplantation, dürfen Sie nicht Bedürfnisse Ihres Körpers nach Pflege vernachlässigen. Beachten Sie die folgenden Schritte, um Ihren Körper so gesund wie möglich zu erhalten:

Augen

Ihre Augen sollten Sie jedes Jahr von einem Augenarzt untersuchen lassen, jedoch noch häufiger, wenn Sie unter Diabetes oder Bluthochdruck leiden. Folgende Untersuchungen sollte Ihr Arzt durchführen:

Überprüfung auf ....

  • Veränderungen des Blickfeldes
  • Blutgerinsel im Augeninnern
  • Glaukom, ein Augenleiden, das erhöhten Augendruck verursacht und zu Blindheit führen kann, wenn es nicht rechtzeitig behandelt wird.

Zähne und Zahnfleisch

Zahnarztbesuche sind bei Nierenpatienten sehr wichtig, insbesondere bei Diabetes. Auch als Transplantationsanwärter (jetzt oder in ferner Zukunft) sind gesunde Zähne und Zahnfleisch ein Muss! Kein Chirurg wird eine Nierentransplantation durchführen, wenn der Patient eine Zahnentzündung hat. Für Gesunde Zähne und Zahnfleisch sollten Sie mindestens einmal im Jahr zur Kontrolle gehen (optimal wären zwei- oder dreimal jährlich). Informieren Sie Ihren Zahnarzt über:

  • Ihre Nierenkrankheit und die Art der Dialyse bzw. über die Transplantation
  • andere medizinische Probleme (Herzleiden, Bluthochdruck, Hepatitis B oder C usw.)
  • alle Medikamente, die Sie einnehmen

Wenn Sie dialysiert werden:

  • Vereinbaren Sie bei Ihrem Zahnarztbesuch gleich den nächsten Termin
  • Heparin, der Blutverdünner der verhindert, dass Ihr Blut während der Dialyse verklumpt, hält Ihr Blut noch Stunden nach der Dialyse flüssig. Beachten Sie deshalb, den Zahnarzttermin auf den Tag nach der Dialyse zu legen. So verhindern Sie, dass übermäßiges Bluten während der Zahn- oder Zahnfleischbehandlung auftritt. Außerdem geben Sie der Wunde Zeit sich zu schließen, bevor die nächste Heparindosis verabreicht wird.
  • Bei Gefäßproblemen wie z.B. Thrombose sollten Sie keine Zahnbehandlung durchführen lassen. Die Keime, die sich in Ihrem Blutkreislauf befinden, könnten zu Problemen bei auftretenden Wunden im Mund führen.

Zahnpflege

  • Sie sollten mindestens zweimal täglich Ihre Zähne mit Munddusche und Zahnbürste reinigen. Benutzen Sie unbedingt einen weichen Bürstenkopf, um Zahnfleischbluten zu vermeiden. Verwenden Sie Zahncreme und Mundwasser mit Fluor-Zusätzen.
  • Bei Mundtrockenheit sprechen Sie Ihren Zahn- oder Dialysearzt auf Behandlungsmöglichkeiten an. Sie sollten in diesem Fall kein Mundwasser mit Alkohol benutzen, weil dieser das Austrocknen der Schleimhäute begünstig.
  • Suchen Sie umgehend Ihren Zahnarzt auf, wenn Sie raue oder weiße Stellen in Ihrem Mund entdecken.
  • Sollte eine Zahnbehandlung bevorstehen, die möglicherweise eine Blutung entstehen lässt, fragen Sie Ihren Nephrologen, ob eine Antibiotikum-Prophylaxe notwendig ist.

Schutzimpfungen

Schutzimpfungen unterstützen Ihren Körper bei der Abwehr von Viren. Bei Nierenpatienten sind folgende Impfungen notwendig:

  • Grippeschutz im Herbst oder Winter
  • Impfung gegen Lungenentzündung/TBC — fragen Sie Ihren Nephrologen, wie häufig eine Auffrischung notwenig ist.
  • Hepatitis B, insbesondere wichtig bei Hämodialyse. Die meisten Dialysepraxen und Transplantationskliniken bieten diese Impfung an.

Krebsvorsorge

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind sehr wichtig. Stuhltests sollten einmal jährlich und Darmspiegelungen alle vier Jahre durchgeführt werden. Außerdem sollte Sie einmal im Jahr ein Dermatologe auf Hautveränderungen untersuchen.

Männer sollten einmal jährlich zur digitalen Rektaluntersuchung gehen. Fragen Sie außerdem Ihren Nephrologen, ob ein jährlicher Prostata-Test (PSA) notwendig ist.

Frauen sollten einmal im Jahr zur Brust- und Unterleibsuntersuchung gehen, ab 40 Jahren zusätzlich zur Mammographie.

Füße

Viele Dialysepatienten leiden unter kalten Füßen, verursacht durch Diabetes oder Durchblutungsstörungen. Wenn Sie schlecht durchblutete Füße haben, lesen bitte die folgenden "Fußpflegegewohnheiten" um zu lernen, wie Sie ernsthaften Problemen vorbeugen können, die zum Verlust eines Zehs oder sogar des ganzen Fußes führen könnten:

Niemals ...

  • offene Schuhe tragen
  • Socken oder Strümpfe mit Gummibändern oder Strumpfbändern tragen
  • barfuß gehen

Auf jeden Fall:

  • Waschen Sie täglich Ihre Füße mit milder Seife und warmem (nicht heißem!) Wasser
  • Trocknen Sie Ihre Füße sorgfältig ab, besonders zwischen den Zehen
  • Anschließend cremen Sie Füße und Beine mit Lotion oder Vaseline ein. Bei Verwendung von Lotion achten Sie darauf, dass nichts zwischen die Zehen gerät. Die Feuchtigkeit in der Creme kann zu Fußpilz, dieser wiederum zu ernsthaften Entzündungen mit möglichem Zehen- oder Fußverlust führen.
  • Schneiden Sie Ihre Fußnägel nicht zu kurz, ein gerader Schnitt in Höhe der Zehenspitze ist sinnvoll, anschließend die Ecken rund feilen, um das Einwachsen der Nägel in die Haut zu vermeiden.
  • Gehen Sie regelmäßig zur Fußpflege, um Hornhaut und Schwielen entfernen zu lassen.
  • Kontrollieren Sie täglich den Fußspann und die Sohle nach trockener Haut, Rissen, Schnittwunden, rauen und roten Stellen. Um die Sohle besser betrachten zu können, halten Sie Ihren Fuß über einen Vergrößerungsspiegel. Bei Verletzungen teilen Sie diese sofort Ihrem Arzt mit.
  • Frauen sollten ihre Nägel nicht lackieren, damit Hautveränderungen unter dem Nagel nicht übersehen werden können
  • Fühlen Sie, ob beide Füße die gleiche Temperatur haben. Wenn ein Fuß wärmer oder kälter als der andere ist, bitten Sie Ihren Arzt um einen Fußcheck.
  • Tragen Sie weiße oder helle Socke, damit Sie jede Art von Verletzungen (Bluten oder Nässen) sofort erkennen können.
  • Tragen Sie Schnürschuhe. Slipper üben zu starken Druck an einigen Bereichen der Füße aus.
  • Beim Schuhkauf achten Sie darauf, dass Ihr Fuß genug Platz hat. Je ein Fingerbreit an der Fußspitze und an der Hacke sollte ausreichen, außerdem müssen die Zehen gute Bewegungsfreiheit haben.
  • Beim Schuheanziehen darauf achten, dass kein Fremdkörper oder der Senkel im Schuhinnern ist, damit Druckstellen am Fuß vermieden werden.
  • Tragen Sie auch zu Hause Schuhe, um den Fuß zu schützen.
  • Halten Sie Ihre Füße von Wärmequellen wie Wärmflaschen, Heißpacks, Autoheizungen oder Feuerstellen fern, um Verbrennungen zu vermeiden
  • Bei längerem Sitzen sollten Sie Ihre Position möglichst häufig wechseln, achten Sie darauf, niemals die Beine zu kreuzen.

Es liegt allein an Ihnen — fangen Sie schon heute damit an und "tunen" Sie Ihren Körper für eine bessere Gesundheit in der Zukunft!
 


Copyright © Nieren Selbsthilfe Hamburg e.V.
Unautorisierte Vervielfältigung verboten