Berichte mit poltischen Beteiligungen
Senatsempfang zur Organspende 2006
Autor Jens Tamcke (2006)
Nachdem nun schon zum zweiten Mal die kleinere Oppositionspartei im Hamburger Parlament zu einem Rathausempfang zum Tag der Organspende eingeladen hatte, wollte der Hamburger Senat offenbar nicht zurückstehen und so hatte er ebenfalls zu einem Rathausempfang eingeladen. Aus der Sicht der IkN Hamburg und der betroffenen Menschen kann ich nur sagen, es kann gar nicht genug Rathausempfänge oder ähnliches geben, um für die Organspende zu werben und den Abbau der Warteliste zu forcieren. Wichtig ist uns, dass die Politik auf das bestehende Problem aufmerksam geworden ist (woran die IkN nicht ganz „unschuldig“ ist) und es weiterhin präsent bleibt (wofür wir sorgen wollen). Meine Sorge ist allerdings, ob das Thema zwei jährlich wiederkehrende, sehr ähnliche Veranstaltungen zum gleichen Anlass trägt oder ob es nicht besser wäre, die Aktivitäten entweder zu bündeln oder zeitlich zu staffeln und in ihrem Charakter zu differenzieren. Wir werden sehen.
Der Senatsempfang aus Anlass des Tages der Organspende fand schon in etwas größerer zeitlicher Distanz zum Anlass, am Freitag, den 16. Juni 2006 statt, und zwar –leider nicht für jedermann ohne weiteres einzurichten– schon um 11.00 Uhr. Die Einladungen wurden persönlich mit einer Einladungskarte ausgesprochen, für die IkN waren es insgesamt sechs. Der Empfang fand in den Räumen des Senats statt, diesmal also Rathaushalle und dann rechts die Treppe ins Senatsgehege.
Vom Inhalt der etwa einstündigen Veranstaltung kann ich Ihnen leider nur sehr wenig berichten, da unsere Tonaufzeichnungen in diesem Fall leider nicht hilfreich waren. Jedenfalls gab es eine musikalische Umrahmung, die von einem Ensemble, bestehend aus Studierenden der Hochschule für Musik und Theater, gestaltet wurde. Von Senatsseite wurden wir vom Staatsrat der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz, Herrn Dietrich Wersich begrüßt. Eines der Themen seiner Ansprache war die positive Entwicklung in der Organspende in Hamburg. Dabei wurde auch betont, wie gut Hamburg im Vergleich mit anderen Regionen und Bundesländern gegenwärtig dasteht, allerdings wurde auch eingeräumt, dass diese positive Nachricht, die auf den letzten statistischen Erhebungen der DSO für 2005 abhebt, nicht ausreicht, um die Wartelisten zu minimieren.
Soweit meine kurze Zusammenfassung von diesem Vormittagstermin. Über die neuesten Zahlen zur Organspende und Transplantation aus dem Jahresbericht der Deutschen Stiftung Organtransplantation konnte man zwar schon in der Presse lesen, wir werden in einem gesonderten Bericht trotzdem nochmals darauf eingehen.
Info-Kampagne zur Organspende 2006
Freie und Hansestadt Hamburg
Pressestelle des Senats
20. April 2006/t-bwg20
Termin-Hinweis
Alle Informationen rund um das Thema Organspende auf der Gesundheits- und Wellnesswoche im Wandsbeker Quarree
Auch wenn sich die Zahl der Organspender in Hamburg im vergangenen Jahr erneut positiv entwickelt hat, stehen derzeit in der Hansestadt immer noch rund 500 Menschen auf der Warteliste für ein lebensrettendes Organ. Deshalb ist es so wichtig, dass sich möglichst viele Hamburgerinnen und Hamburger mit dem Thema Organspende auseinandersetzen.
Durch die zu Lebzeiten getroffene Entscheidung zugunsten der Organspende kann auch in Hamburg vielen schwerkranken Menschen geholfen werden. Die Gesundheitsbehörde möchte durch Informationen und kompetente Ansprechpartner im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen noch mehr Bürgerinnen und Bürger für eine Entscheidung gewinnen und erreichen, dass diese in einem Organspendeausweis dokumentiert wird.
Auf der diesjährigen Gesundheits- und Wellnesswoche im Wandsbeker Quarree wird die Gesundheitsbehörde gemeinsam mit der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft, der Ärztekammer Hamburg sowie dem Transplantationszentrum des UKE ganztägig vor Ort sein und alle Fragen rund um die Organspende beantworten. Die Gesundheits- und Wellnesswoche steht unter der Schirmherrschaft von Senator Jörg Dräger.
Die Gesundheits- und Wellnesswoche findet statt vom 21. bis 28. April, 10.00 bis 20.00 Uhr, im Wandsbeker Quarree
Prävention - Rathausempfang der GAL-Bürgerschaftsfraktion zum Tag der Organspende 2005
Autor: Peter Stoetzer (2005)
Zum zweiten Mal veranstaltete die GAL-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft einen Rathaus-Empfang zum Tag der Organspende, eine Idee, die von der gesundheitspolitischen Sprecherin der Fraktion, Frau Katja Husen, anlässlich eines Gesprächs mit der IkN-Hamburg vor zwei Jahren entwickelt wurde. Die IkN unterstützt dieses Ereignis ideell und, im Rahmen ihrer bescheidenen Möglichkeiten, auch finanziell.
Am 30. Mai und damit nur wenige Tage vor dem traditionell am ersten Sonnabend im Juni stattfindenden Tag der Organspende trafen sich Menschen aus Politik, Medizin, Medien und vor allem aus dem Personenkreis der Patienten und Betroffenen im Hamburger Rathaus, um dem interessanten Programm zu folgen.
Dabei konnten wir auch gleich noch etwas über die räumliche Aufteilung des Hamburger Rathauses lernen. Während wir im vergangenen Jahr nach Eintritt in die Empfangshalle die Treppe rechts nehmen mussten und uns damit nach dem Passieren einer schweren Eisengittertür im Bereich des Senats befanden, mussten wir in diesem Jahr die Stufen im linken Bereich über dem Ratsweinkeller erklimmen und wir befanden uns damit auf der Parlamentsseite in direkter Nachbarschaft zum Plenarsaal. Also rechte Seite ist die Regierungsseite (Exekutive) und linke Seite ist die Bürgerschaftsseite (Legislative).
Soweit der kleine Ausflug zum Rathaus selbst. Jetzt aber zum Programm, an dessen Entwicklung und Gestaltung auch die IkN einen Anteil hatte.
Der Schwerpunkt lag diesmal beim Thema „Prävention“. Hierzu ein kleiner Auszug aus der Einladung der GAL: „Mit welchen gesundheitsfördernden Maßnahmen kann die Erkrankung von Organen und damit langfristig eine Organtransplantation verhindert werden? Diese Frage soll bei unserem diesjährigen Empfang anlässlich des Europäischen Tages der Organspende und im Festvortrag des Fachexperten Dr. Karl Wagner im Mittelpunkt stehen.“ Aber es wurde, wie wir nachfolgend sehen werden, auch die Themen „Gesundheit und Bildung“ oder Gesundheit und Sport“ angesprochen, die einen stark präventiven Charakter haben (können).
Interview mit Herrn Lutz Kretschmann-Johannsen, Mitglied der Hamburger Bürgerschaft
Anlässlich eines Seminars zum Thema "Das Interview mit politischen Mandatsträgern" hatte sich Herrn Lutz Kretschmann-Johannsen bereit erklärt, sich im Interview den Seminarteilnehmern zu stellen. So bekamen wir die Gelegenheit, Herrn Kretschmann-Johannsen zu interviewen.
Das Interview führte Peter Stoetzer für die IkN Info am 3. Februar 2006 im Julius-Leber-Forum der Friedrich Ebert Stiftung in Hamburg.
IkN Info: Vor 1 ½ Jahren konnte die IkN mit Ihnen ein Gespräch über Organspende und Organtransplantation in Hamburg führen. Sie waren damals gerade gesundheitspolitischer Sprecher der SPD Fraktion geworden. Was hat sich seit dem letzten Interview geändert?
Herr Kretschmann-Johannsen: Seitdem hat sich in Hamburg und in Deutschland insgesamt viel getan. Die Transplantationszahlen und die Meldezahlen für die Organspende sind nach oben gegangen. In der Hamburger Bürgerschaft wurde gerade vorgestern auch dieses Thema behandelt. Es waren alle Fraktionen darin einig, dass Organspenden und -transplantationen weiter unterstützt werden sollen, um die Zahlen in Zukunft anzuheben. Es war festgelegt worden, dass Organspendeausweise besser und auf breiterer Basis verteilt werden sollen.
IkN Info: Der Antrag in der Bürgerschaft betraf ja die verstärkte Behandlung der Organspende in der Öffentlichkeit, die Verteilung von Organspendehausweisen an Beschäftigte im öffentlichen Dienst und die Forderung zur Auslage der Ausweise in den Kundenzentren der Bezirke. Wie wurde abgestimmt?
Herr Kretschmann-Johannsen: Es waren sich alle Fraktionen einig, dass alles getan werden sollte. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.
IkN Info: Das ist ein schöner Abschluss. Welche konkreten Maßnahmen folgen jetzt?
Herr Kretschmann-Johannsen: Wie schon gesagt, sollen Organspendeausweise in den Ortsämtern ausgelegt werden. Wir hoffen darauf, dass so viele Menschen wie möglich die Ausweise mitnehmen, und damit ihre Bereitschaft dokumentieren, ein Organ zu spenden, wenn sie durch Unfall oder einen anderen Tod im Krankenhaus versterben.
IkN Info: Wie schnell kann das umgesetzt werden?
Herr Kretschmann-Johannsen: Das wird wohl noch einige Zeit dauern, auch wenn es eigentlich ganz schnell umgesetzt werden könnte, weil die Ausweise nur hingebracht werden müssen.
IkN Info: Haben Sie jetzt selbst einen Organspendeausweis ausgefüllt?
Herr Kretschmann-Johannsen: Das brauche ich nicht, da ich schon seit Jahren einen Organspendeausweis bei mir trage. Ich war auch auf dem gemeinsamen Stand der IkN auf "Du und Deine Welt" und habe Besucher der Messe zur Organspende geworben. Ich wurde dabei auch von Menschen angesprochen, die ganz hinter der Organspende stehen.
IkN Info: Die Zahlen der Organspende haben sich in Hamburg erhöht, auch prozentual mehr als in Deutschland. Aber was können wir noch dafür tun, dass die Wartezeit auf ein Organ von derzeit 7-9 Jahren (..bei Nieren) verkürzt wird, damit nicht mehr so viele Menschen auf der Warteliste versterben? Viele Menschen überleben diese Wartezeit einfach nicht.
Herr Kretschmann-Johannsen: Es sind erste Schritte in Hamburg getan. Eine entscheidende Rolle kommt den Transplantationsbeauftragten in den Krankenhäusern zu. Hier müssen wir aufmerksam bleiben. Im Endeffekt ist es aber auch ein bundesweites Problem. Wir müssen überlegen, was in der Bundesrepublik getan werden kann. Auf der neuen bundesweiten Gesundheitskarte der Krankenkassen sollte für das Krankhauspersonal sichtbar von vornherein abgefragt werden, ob der Karteninhaber bereit wäre, Organe zu spenden. Das ist aber noch ein schwieriger Weg.
IkN Info: Die Gesundheitskarte sollte 2006 kommen, jetzt ist 2007 geplant, es wird aber eher 2008 werden. Befürworten Sie die Gesundheitskarte?
Herrn Kretschmann-Johannsen: Ja. Ich würde mir aber auch wünschen, dass bei aller Notwendigkeit der gründlichen Erprobung, allmählich der Startschuss fällt.
IkN Info: Vielen Dank für das Gespräch und Ihre Erlaubnis, es in der IkN Info abzudrucken.
Peter Stoetzer