Berichte von unseren Mitglieder-Vollversammlungen
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Kontinuität und Veränderung - die 37.Jahreshauptversammlung der IkN
Im Kulturhaus Eppendorf an der Ecke Martinistraße/Tarpenbekstraße, unseren inzwischen schon traditionell zu nennenden Veranstaltungsort, versammelten sich am 3. April 2007 insgesamt 34 stimmberechtigte IkN-Mitglieder und 2 Gäste zur 37. Jahresversammlung unseres Vereins.
War es die Aussicht auf das von Joan Meins und ihren Helferinnen (und wenigen Helfern) wieder lecker zusammengestellte Buffet, das so viele Mitglieder nach Eppendorf lockte? Oder die interessante Tagesordnung, die mit unserer letzten Info-Ausgabe verschickt wurde? Egal, mit der Beteiligung konnte der Vorstand zufrieden sein, es war schon mal schlechter und viel mehr haben sich schon lange nicht mehr aufgerafft.
Die Anwesenden erlebten diesmal jedenfalls eine sehr interessante und lebendige und damit durchaus herausragende Mitgliederversammlung, in der die in der Überschrift genannten Komponenten die Höhepunkte bildeten. Einen weiteren Höhepunkt bildete zum Schluss ein Rückblick mit einem Hauch von Nostalgie.
Aber alles der Reihe nach:
Nach zwei Jahres stand diesmal satzungs– und turnusgemäß die Wahl des Vorstandes auf dem Programm. Dies ist oft schon deswegen ein spannender Tagesordnungspunkt, weil die Nachfrage nach Vorstandstätigkeit bei unseren Mitgliedern nicht gerade groß ist (was aufgrund der krankheitsbedingten Belastungen vielfach nachvollziehbar ist) und sich die Besetzung der Vorstandsposten zur Zitterpartie entwickelt. In diesem Jahr, dies sei vorweg genommen, war es nicht so, denn der Vorstand stellte sich zu 4/5 wieder zur Wahl.
Nach Eintritt in die Tagesordnung berichteten die einzelnen Vorstandsmitglieder über ihre Aufgaben und die geleisteten Arbeiten in den letzten 12 Monaten mit einem kleinen Ausflug unseres Vorsitzenden in die kommenden Projekte. Ich habe es so wahrgenommen, dass der Vorstand und die sog. Beisitzer sehr viel und sehr gute Arbeit geleistet haben.
Das fängt an bei Angelika Bauer als Schriftführerin mit der Protokollierung der Vorstandssitzungen einschl. Info-Redaktion sowie der Mitgliederversammlungen. Auch dieser Bericht stützt sich auf ihre Aufzeichnungen. Neben dieser Tätigkeit schätze ich ihre Beiträge in den Redaktionssitzungen und für diese Zeitung.
Joan Meins war wie immer sehr in Anspruch genommen durch die Veranstaltungsorganisation, insbesondere den Bausausflug im Mai, den Messestand auf „Du und Deine Welt“, die Weihnachtsfeier im Logenhaus und nicht zuletzt die Mitgliederversammlung. Ich finde, wir können uns glücklich schätzen, dass sich jemand so routiniert und intensiv diesen Aufgaben widmet.
Unser Kassenwart Rudi Kocken konnte den Kassenbericht leider nicht persönlich geben, da seine berufliche Belastung dies nicht zuließ. Aus dem gleichen Grund musste er sein Amt zur Verfügung stellen, was wir einerseits bedauerten. Andererseits freuen wir uns, dass es beruflich wieder läuft. Die Kassenführung gehört nicht nur zu den arbeitsintensivsten Vorstandsposten, die Arbeit erfordert auch Genauigkeit und ständige Präsenz, denn z. B. Zahlungsverpflichtungen können nicht verschoben werden, wenn man gerade mal keine Zeit hat. Außerdem lässt sich die Arbeit des Kassenwartes von den Mitgliedern am besten kontrollieren, einerseits durch den vorliegenden Kassenbericht, andererseits durch die Tätigkeit der Kassenprüfer. Niemand aus dem Vorstand steht unter so strenger Beobachtung wie der Kassenwart. Umso dankbarer sind wir Rudi Kocken, dass er nach einer Pause nun schon zum zweiten Mal unsere Finanzen betreut hat. Und wir freuen uns, dass ein Nachfolger zur Verfügung steht, der schon in der Vergangenheit schon einiges, wie z. B. die Mitgliederverwaltung, übernommen hat.
Unser stellvertretender Vorsitzender Thomas Möller hat sich jetzt verstärkt der Betreuung unserer Internetseite angenommen. Er ist darum bemüht, diese immer aktuell zu halten hinsichtlich unserer Veranstaltungstermine, aber auch durch die Übernahme der wichtigsten Artikel aus dieser Zeitschrift. Durch die zunehmende Bedeutung des Internets auch für den privaten Bereich ist diese Arbeit nicht hoch genug zu bewerten. Ein leicht zu findender, interessanter und aktueller Internetauftritt wird immer wichtiger für die Außendarstellung unseres Vereins und für die Gewinnung neuer Mitglieder. Daneben ist Thomas Möller an vielen anderen Aktivitäten beteiligt, die ich hier nicht alle aufzählen will.
Unser Vorsitzender Peter Stoetzer hat die leichteste Aufgabe, er leitet die Vorstandssitzungen, führt durch die jährliche Mitgliederversammlung und vertritt den Verein nach außen. - Das ist natürlich nicht erst gemeint. In Wirklichkeit ist damit ein Wust von Aufgaben verbunden, den ich hier gar nicht beschreiben kann. In der Regel ist er an allen Projekten der IkN maßgeblich beteiligt, sowohl in der Konzeptphase wie auch in der Vorbereitung und bei der praktischen Umsetzung. Sein besonderes Augenmerk gilt zur Zeit den Oktoberseminaren, dem Sponsoring und der Kontaktpflege zum medizinischen und politischen Bereich. Und oft genug muss er einspringen, wenn niemand einen Termin wahrnehmen oder eine Arbeit übernehmen kann. So schreibt er beispielsweise sehr viele Beiträge für unser Mitgliedermagazin, die unsere inzwischen ziemlich kleine Redaktion nicht schaffen würde.
Und damit bin ich auch schon bei einem Gremium, das neben dem Vorstand arbeitet, an dem aber die meisten Vorstandsmitglieder mitwirken, die Info-Redaktion. Sie kommt jeden 4. Donnerstag im Monat jeweils im Vorlauf zu den Vorstandssitzungen um 18.00 Uhr zusammen. Die Redaktion diskutiert über mögliche Themen, legt eine Aufgabenverteilung fest und motiviert sich, viermal im Jahr ein Heft zu konzipieren und pünktlich an alle Mitglieder auszuliefern. Unser Mitgliedermagazin ist ein wichtiges Informationsmedium für alle Leserinnen und Leser innerhalb und außerhalb der IkN sowie ein unverzichtbares vereinsinternes Bindeglied. Christa Marsig hat die undankbare, aber unverzichtbare Aufgabe, die besprochenen Artikel bei den Verfasserinnen und Verfassern anzumahnen und alles Material zu sammeln und an mich weiterzuleiten, damit ich es dann für das Layout zusammenführen kann. Als sie im letzten Jahr krankheitsbedingt für längere Zeit pausieren musste, haben wir diese Funktion schmerzlich vermisst.
Desweiteren haben wir den Elternkreis nierenkranker Kinder und Jugendlicher in der IkN, um den sich Carsten Schroers maßgeblich kümmert und über dessen Aktivitäten er auf der Mitgliederversammlung berichtet hat. Herausragend die jährliche Feriendialyse, die immer für viel Freude und Erinnerungen bei den Beteiligten sorgt. Außerdem gibt es u. a. die Veranstaltungsreihe „Wissen hilft entscheiden“ und einmal jährlich einen Vortrag zum Jahresende von Herrn Prof. Müller-Wiefel vom UKE .
Nachdem über den Vorstandsbericht noch ein wenig diskutiert und von den Kassenprüfern Horst Strehler und Ralf Sievert die ordnungsgemäße Kassenführung bestätigt worden war, konnte zur Wahl des Vorstandes geschritten werden.
Als Wahlleiter hat sich die Versammlung den Altmeister für solche Aufgaben, Jochen Brandtner, gewählt. Unter seiner Leitung fand die Wahl im Einvernehmen mit den Anwesenden in der schnellstmöglichen Form statt, nämlich per Handzeichen und en bloc. Vorher hat sich noch der Bewerber um das Amt des Kassenwarts, Stefan Drass, vorgestellt. Danach war der Vorstand in wenigen Minuten gewählt bzw. wiedergewählt.
Damit war die Kontinuität in der IkN gewahrt, denn der Vorstand ist mit einigen seiner Mitglieder schon seit 10 Jahren oder länger im Amt. Peter Stoetzer wurde 1997 als Vorsitzender gewählt, Thomas Möller ein Jahr vorher und Joan Meins kam schon 1995 dazu. Da auch schon Angelika Bauer mehrere Jahre dabei ist und sich Stefan Drass schon ein wenig eingearbeitet hat, steht einer Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit für die nächsten zwei Jahre nichts im Wege. Im Namen der Info-Redaktion wünsche ich allen viel Glück und Gesundheit.
Nach so viel Kontinuität hatte die Versammlung offenbar Appetit auf Veränderung und Abwechslung. Peter Stoetzer hatte schon über die Einladung zur Mitgliederversammlung angeregt, über eine Aktualisierung unseres Namens nachzudenken und ggf. zu beschließen. Hintergrund ist, dass sich inzwischen sowohl der Bundesverband als auch einige regionale Interessengemeinschaften neue Namen gegeben haben oder mit dem Gedanken spielen, dies zu tun. Es geht vor allem darum zu verdeutlichen, dass nicht nur Dialysepatienten angesprochen sind, sondern das gesamte Spektrum der Nierenerkrankungen vertreten wird. Und der heute gängige, aber in den Gründungsjahren noch wenig bekannte Begriff „Dialyse“ soll die überholte Bezeichnung „künstliche Niere“ ersetzen.
Dieses Thema stand unter Ziff. 9 auf der Tageordnung und es führte zu einer lebhaften und kontroversen Diskussion, wie wir sie selten auf unseren Mitgliederversammlung erlebt haben. Es gab Befürworter einer Namensänderung und ebenso Verfechter für die Beibehaltung der bisherigen Bezeichnung. Manche waren der Meinung, der Name sollte gut im Internet zu finden sein und plädierten deshalb für Niere-Hamburg, andere sprachen sich dafür aus, dem Aspekt Selbsthilfe über dem Namen mehr Geltung zu verschaffen. Daraufhin entstand die Fragestellung, ob die IkN überhaupt eine Selbsthilfegruppe sei, was meines Erachtens in vollem Umfang zu bejahen ist. Und es gab auch Stimmen, die Entscheidung bis zur Mitgliederversammlung im nächsten Jahr zu verschieben.
Insgesamt hatte ich aber den Eindruck, dass die Mehrheit der Versammelten eine Änderung anstrebte. Deshalb habe ich schließlich den Antrag gestellt, die IkN in Nieren Selbsthilfe Hamburg e. V. umzubenennen, zumal auch die vor mir sitzende Hana Ramm diesen Namen genannt hatte. Dieser Antrag wurde mit nur 3 Enthaltungen angenommen. Dieser Beschluss kann aber aus formalen Gründen noch nicht sofort umgesetzt werden, da die Einladung zur Mitgliederversammlung in diesem Punkt nicht ganz korrekt war. Es ist deshalb erforderlich, im nächsten Jahr den neuen Namen in der Einladung zu nennen und die Beschlussfassung zu wiederholen. Ich kann diese formalen Gründe nicht ganz nachvollziehen, bin aber zuversichtlich, dass der Beschluss im nächsten Jahr erneuert wird.
Soviel zum Thema Veränderung.
Nach Abschluss der Tagesordnung hat unser alter und neuer Vorsitzender seine 10jährige Amtszeit zum Anlass genommen, unserem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen und ein bisschen Wehmut an vergangene Zeiten zu verbreiten. In einem kleinen, mit vielen Fotos unterlegten Rückblick, konnten wir nochmals Revue passieren lassen, was der Verein mit seinen Mitgliedern und für seine Mitglieder auf die Beine gestellt oder angeregt hat. Ich finde, gerade wenn man es so konzentriert vor Augen hat, es war sehr viel für eine recht kleine und immer kleiner werdende Gruppe von Aktiven, die zudem durch ihre Krankheit geschwächt oder zeitlich eingeschränkt sind. Peter Stoetzer hat sich mit der Präsentation viel Arbeit gemacht und sein Vortrag mit kleinen eingestreuten Anekdoten war ein entspannender und erheiternder Abschluss unserer diesjährigen Mitgliederversammlung.
Danach hatte sich bei den meisten Teilnehmern ein deutliches Hungergefühl eingestellt und nach Freigabe des Brötchenbuffets gab es kein Halten mehr. Wir danken allen, die daran mitgewirkt haben und können, an den Anfang meines Berichts zurückkommend, feststellen: Es war der vierte Höhepunkt des Abends.
Jens Tamcke