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Busausflüge der Nieren Selbsthilfe Hamburg e.V.

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Ausflug 2010

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Dieser Ausflug ist noch in Planung!


Ausflug 2009

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Ausflug 2008

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Ausflug 2007

Autor/in: Stefan Drass / Christa Marsig

Wer kennt Iserhatsche - Unser Busausflug am 13. Mai 2007

Upps! Jetzt hat es mich erwischt! Heute Morgen kam Christa Marsig auf mich zu und erklärte beiläufig: „Du schreibst den Bericht zum Busausflug. Deine Idee, dein Bericht!“ Ich, der schon in der Schule Probleme mit Aufsätzen hatte, soll einen Erlebnisbericht schreiben. Also gut, aber bitte verzeiht mir meinen unorthodoxen Stil.

Wir trafen uns, morgens um 8.00 Uhr am ZOB. Und wie schon im letzten Jahr, war nirgendwo eine Anzeige für unsere Fahrt. Erst als der Bus eintraf, wurde das entsprechende Schild mit unserem Ziel beschriftet. Dann aber, tauchte das erste und zu unserer aller Überraschung, auch das einzige Problem des Tages auf! Der Bus hat 59 Sitzplätze und wir waren 62 Personen. Spontan bot sich Peter Stötzer an, mit seinem Wagen hinterher zu fahren. Und so ging es dann mit 15 Minuten Verspätung los.

Peter, seine Frau Sigrid und ich waren mit zehn Minuten Vorsprung bei unserem ersten Ziel „Iserhatsche“ - einem Heide- und Landschaftspark mit Jagd-Villa. Nachdem wir die Nachzügler (den Bus) in Empfang genommen hatten, gingen wir alle auf das 23.000 m² große Gelände. Empfangen wurden wir vom Chef persönlich, Herrn Uwe Schulz-Ebschbach, einen waschechten Berliner, der uns mit Drehorgel und einem interessanten und lustigen Vortrag über die Geschichte des Hauses (mit stark gefärbten Akzent) unterhielt. Als Malermeister hat er die nötigen Kenntnisse und Mittel, die Renovierung und Ausgestaltung des Hauses und des angrenzenden Parks durchzuführen. Ihm zur Seite stehen seine beiden Söhne und einige Spezialisten. Mit unglaublicher Kreativität und Genialität und ständig neuen Ideen baut er so den Park mit allen Attraktionen Jahr für Jahr weiter aus.

Zwischenzeitlich erledigte Joan Meins die Formalitäten und wir bekamen alle einen „Button aufs Revers“ gepappt! Wir wurden dann in 2 Gruppen aufgeteilt, die eine Gruppe wurde in den Garten geschickt, die Andere ins Jagdhaus. Das Haus wird von der Familie privat bewohnt und genutzt. Trotzdem stehen uns 6 Räume zur Besichtigung zur Verfügung.

Schon die Eingangshalle ist mit allen möglichen Bildern, geschnitzten Figuren und Jagdtrophäen ausgestattet. So manch einer von uns war verführt sich zu bücken, denn der Boden war mit eingelassenen Münzen übersät. Hier hatte der Hausherr 100 DM-Münzen und Pfennigstücke aller Jahrgänge und Prägeanstalten in den Boden eingelassen. Im angrenzenden „Wohnzimmer“, eigentlich ein größerer Saal, erwartete uns dann jede Menge eigens restaurierte Möbel und wieder Jagdtrophäen und ein überdimensionierter Kamin, den das „Vorauskommando“ im Februar in voller Funktion erlebt hat. Der nächste Raum ist das „Biedermeier-Jagdzimmer“, mit wunderschönen Handdruck-Tapeten und einem extra angefertigten Tisch, an dem auch XXL – Familienfeiern stattfinden können. In der Bibliothek überrascht uns dann ein ungewöhnliches „Möbelstück“, einen Sitzsarg mit Aussichtsfenster - maßgeschneidert für den Chef. Ebenfalls vorhanden sein letztes Hemd, mit Tasche (fürs Handy). Neben Spiegel- und dem Vier-Jahreszeiten-Eichensaal glänzt das "Diana-Sanssouci-Zimmer", das mit reichlich Blattgold besetzt ist. Hier hat der Berliner Bildhauer und Maler Georg Hengstenberg Wandbilder der Jagdgöttin aus Schloss Sanssouci an die Wände kopiert - Werke von Ter Borch, Boucher, Tizian, Rubens und Pens.

Weiter ging es in die Außenanlagen. Im Garten steht der aus Eisen geschmiedete Ebereschen-Glocken-Baum, acht Meter hoch, 2,38 Meter Umfang, 3000 Blätter, zwölf bespielbare Glocken, die der Malermeister vom Diana-Zimmer aus mit einer im Tisch verborgenen Klaviatur zum Klingen bringen kann. Zu jeder vollen Stunde ertönt ein bekanntes Volkslied – aber auch eigene Kompositionen können gespielt werden. Der ganze Garten ist mit Blumen, Pflanzen und Wegen wunderschön angelegt. Die Außergewöhnlichkeit des Gartens spiegelt sich in 365 wahllos herumliegenden echtvergoldeten Steinen wider.

Auf dem Weg zur Burg "Montagnetto" durchschreiten wir einen Laubengang mit 200 philosophischen Sprüchen, wie "Manche Menschen wollen immer glänzen, obwohl sie keinen Schimmer haben". Die Burg - ca. 40 m hoch – ist ein Gebirge aus Beton, Holz, Farbe und Verzierungen. "Eigentlich sollte das mal ein Treckerunterstand werden, jetzt ist es das einzige erdbebensichere Haus in der Region." wurde uns erklärt. In einer Backofengrotte fließt auf Knopfdruck auch Bier und Wein von der Decke, im "Sala del Monte", dem "wohl schönsten Raum Deutschlands", tummeln sich Engel mit Trompeten und Harfen an der Decke, die von 25 Säulen in Blaugold gestützt wird. Hier können Hochzeitspaare für 200 bis 500 Euro - ohne Kost - mit Blick auf einen See heiraten (eine offizielle Außenstelle des Standesamtes von Bispingen.). Daran angrenzend der nächste Raum zum Feiern, diesmal etwas moderner eingerichtet und mit einem Glasdach versehen.

Die Führung endete hier, obwohl der Park hat noch einiges mehr zu bieten hat. Eine kleine Glasbläserei, ein kleines Cafe und einen riesigen Park mit künstlichen Seen. Noch viel Platz, wo der Chef seine unzähligen Ideen realisieren kann.

Pünktlich ging es dann mit dem Bus weiter nach Dehnsen bei Amelinghausen. Ein kleiner gemütlicher Landgasthof mit Hotel erwartete uns schon. Der Gastwirt des „Eichenkruges“, Herr Bergmann und seine gesamte Familie, standen „Gewehr bei Fuß“, und innerhalb von 10 Minuten hatten wir alle unser vorab bestelltes Essen vor uns stehen. Trotz der bestellten kleinen Portionen, passten diese - aus unerfindlichen Gründen - nicht auf die großen Teller, so dass die Beilagen in extra Schüsseln serviert werden mussten. Nach einhelliger Meinung waren die zur Wahl stehenden Speisen von wirklich guter Qualität und außerordentlich lecker. Satt und zufrieden ging es dann mit dem Bus weiter, nach Scharnebeck zum Schiffshebewerk.

Das große Doppelsenkrechtschiffshebewerk in Scharnebeck wurde 1974 als das Größte der Welt erbaut.

Unterhalb des Hebewerkes bestiegen wir den „Elvkieker II“ und dampften in Richtung Hebewerk. Wir fuhren in die „Kammer“ und wurden dann mit Schiff und Wasser 38 m hoch gefahren. Auf dem oberen Teil des Elbeseitenkanals drehten wir eine Schleife und wir fuhren wieder in die Kammer um nach unten zu fahren. In der Zwischenzeit wurden wir mit Kaffee, Apfelkuchen und Kirschkuchen verwöhnt. Dann tuckerten wir gemütlich den Elbeseitenkanal entlang und fuhren bei Artlenburg in die Elbe Richtung Lauenburg. Dort erwartete uns wieder unser Bus. Gemächlich stiegen wir ein. Wir waren froh, bis jetzt gutes Wetter gehabt zu haben. Morgens waren wir bei strahlendem Wetter losgefahren und in Lauenburg waren wir froh, dass es trocken geblieben war. Nun ging es heimwärts Richtung Hamburg. Kurz vor Bergedorf fing es leicht an zu regnen.

Wie schön, dass Joan Meins wieder mit dem Wettergott gesprochen hatte, der uns einen schönen Tag bescherte.

Ein ganz herzliches Dankeschön dem Organisationsteam – es hat alles toll geklappt. 

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Ausflug 2006

Autor/in: Angelika Bauer

Unser Ausflug nach Haitabu

Unser diesjähriger Busausflug sollte an die Schlei gehen, und der Einladung nach schien es wieder ein interessanter und abwechslungsreicher Tag zu werden. Um das Wetter brauchten wir uns keine Sorgen zu machen, denn Joan Meins hat ja einen besonderen Draht zum Wettergott, und bisher hat er sie und uns noch nie enttäuscht.

Die Strecke war länger als die bisherigen Fahrten, und deshalb wollten wir schon um 8:30 Uhr am ZOB losfahren. Also hieß es, früher aufzustehen. Ich machte mich auch rechtzeitig auf den Weg. An dem Morgen war es besonders kühl, und ich überlegte, ob ich eine dicke Jacke mitnehmen sollte. Wenn es aber wärmer werden würde, wäre diese viel zu dick. Ich entschied mich für eine leichte Windjacke und wie sich später herausstellte, war ich damit auch genau richtig angezogen.

Als ich am Busbahnhof ankam, waren noch nicht viele Mitreisende da. Es dauerte nicht lange, und ganz langsam trudelten immer mehr ein. Der Bus kam, und es stellte sich heraus, dass wir in diesem Jahr einige Plätze im Bus frei haben würden. Wegen Krankheit oder Urlaub konnten leider 10 Personen, die sonst immer dabei waren, nicht an diesem Busausflug teilnehmen. Der Zeiger der Uhr näherte sich unserer Abfahrtszeit und wie schon öfters, fehlte wieder ein Mitreisender. Erst auf einen Handy-Anruf unseres Vorsitzenden Peter Stoetzer hin, erfuhren wir, dass er an diesem Ausflug nicht teilnehmen könne und absagte. Mit etwas Verspätung konnten wir dann losfahren.

Nach der Abfahrt begrüßte Joan Meins die Mitglieder und erläuterte kurz noch einmal unser Ziel. Wir mussten die Autobahn A7 in Richtung Norden fahren und hofften natürlich, dass wir diese auch ohne größeren Stau überwinden konnten. Die Fahrt ging nach Haithabu. Haithabu, was für ein Name! Dass dieser irgend etwas mit den Wikingern zu tun hat, wusste ich schon, aber was er wirklich bedeutet, war mir nicht klar. Haithabu kannte ich nur als Wikinger-Schiff, welches von zwei alten Haudegen (beide so um die 75 Jahre, aus Neustadt in Ostholstein, die sich einen alten Jugendtraum erfüllten,) maßstabgenau nachgebaut wurde. Nach der Fertigstellung überließen die beiden das Schiff der Kurverwaltung, die damit Werbung für ihren Ort machte. Außerdem hatten auch Gäste die Gelegenheit mitgenommen zu werden. Allerdings nur Männer, denn auch zu Wikinger-Zeiten fuhren keine Frauen mit, und daran hielten sich die beiden penibel genau.

In der Einladung stand, dass wir ein im Hafen von Haithabu gefundenes Langschiff zu sehen bekommen würden. Ich kenne eine Menge Häfen im Norden, aber keinen mit dem Namen Haithabu. Ich suchte daraufhin den Hafen auf einer Landkarte, fand ihn aber nicht. Das war auch kein Wunder, denn er hieß ja nun schon lange nicht mehr so. Aber in Geschichtsbüchern wurde ich fündig. Haithabu hieß dänisch "Hedeby", der lateinische Name lautete "Heidiba" und der heutige deutsche Name lautet: Haddeby. Damit konnte ich etwas anfangen.

Ohne Stau auf der Autobahn kamen wir in dem 1985 eröffneten Wikinger Museum Haithabu an. Nachdem der Eintritt bezahlt war, konnten wir auf eigene Faust das Museum besichtigen. Der Wind war noch recht frisch, deshalb blieben wir erst einmal im Haus und schauten uns die Funde an. In der Schiffshalle wird das im Hafen von Haithabu gefundene Langschiff vor den Augen der Besucher wieder aufgebaut. Wir waren an einem Sonntag dort und somit ruhte die Arbeit. Es war imposant zu sehen, wie der Schiffsbauch von innen und ohne Verkleidung aussieht.

Die Ausstellung ist recht interessant, aber wir waren auch relativ schnell durch. Außerdem waren im Außengelände noch 2 Häuser zu besichtigen; und dafür interessierte ich mich auch besonders. In den nächsten Jahren sollen noch weitere errichtet werden, sodass in ca. 3 Jahren die Anlage komplett sein sollte. Leider bekamen wir von dem Personal den falschen Weg gezeigt, und bis wir den richtigen Weg fanden, war es für eine Besichtigung zu spät. Die zwei Häuser waren sehr weit weg, und so gingen wir in Richtung zum Parkplatz und genossen noch ein wenig die Sonne.

Anschließend ging es weiter nach Schleswig zum Mittagessen. Dort angekommen parkten wir unseren Bus direkt am Wasser und wären am liebsten dort geblieben. Es wehte ein kräftiger Wind, der auch kühl war, aber ich liebe den Wind, und dann noch am Wasser mit Sonne ist für mich das Schönste. Wir hielten uns nicht lange auf, da wir noch ein kurzes Stück gehen mussten, und die Zeit drängte. Das Café, in dem wir zu Mittag aßen, hatte für uns den Wintergarten reserviert, und wir nahmen in dem gemütlichen Raum Platz. Das Essen war wieder gut, und die meisten von uns waren auch mit dem zufrieden, was sie bestellt hatten.

Nach dem Essen ging es wieder weiter. Dieses Mal sollte der Endpunkt Schloss Gottorf sein. Dem Namen nach kannte ich das Schloss, aber ich hatte es noch nicht geschafft, dorthin zu fahren. Vom Bus aus ging es auf Knüppelpflaster zum Haupeingang des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte. Leider war der Weg für einige von uns sehr beschwerlich und zogen es daher vor, sich auf Bänken auszuruhen und die Umgebung, so gut sie konnten, zu erkunden. Wir anderen fingen mit dem Rundgang im Erdgeschoss an und waren fasziniert von dem, was uns geboten wurde. Die imposante "Gotis Halle" die nach 1492 errichtet wurde und eine reiche Sammlung von Altären und kirchlichen Plastiken des 13. - 15. Jahrhundert beherbergt. Es war soviel zu sehen, dass es hier den Rahmen sprengt, alles aufzuschreiben. Ich selber habe es nur geschafft, den Rundgang in Parterre zu begehen, da ich mir auf jeden Fall die Nydamhalle sowie die Kutschensammlung anschauen wollte. Daher brach ich dann diese Tour im Haupthaus ab und begab mich zu den beiden anderen Hallen. In der Nydamhalle war ich relativ schnell durch. Die Kutschensammlung hatte ich mir zum Schluss vorbehalten. Dass ich damit richtig gehandelt hatte, wurde mir sehr schnell klar, als ich die Halle betrat. Ich war überwältigt von Vielfalt und Schönheit der Kutschen. Kutschen fand ich schon immer faszinierend und von daher war ich in dieser Halle gut aufgehoben und hielt mich auch entsprechend lange auf. Leider musste ich, nach einem Blick auf meine Uhr, zum Bus zurück. Aber ich beschloss für mich, noch einmal hierher zu kommen.

Am Bus angekommen, brauchten wir auch nicht lange warten und dann ging es in Richtung Heimat, wo dann wieder einmal ein schöner Busausflug sein Ende fand. Es ist immer wieder spannend, wie Joan Meins es schafft, ein neues Ziel für unseren Busausflug ausfindig zu machen. Dafür Danke Joan 

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Ausflug 2005

Autorin: Angelika Bauer

Auf nach Nordfriesland

Vor ein paar Wochen flatterte uns die Einladung zu unserem diesjährigen Busausflug ins Haus, geplant für Sonntag, den 9. Mai. Die Fahrt sollte nach Friedrichstadt gehen, unterbrochen von einem Stopp in Tönning mit Gelegenheit, das Multimar Wattforum zu besuchen oder uns in Tönning ein wenig umzusehen. Anschließende Weiterfahrt nach Friedrichstadt zum Mittagessen, einer Grachtenfahrt und Kaffee und Kuchen am Wasser. Bei dem Lesen der Einladung hatte ich bereits das Gefühl, "nach Hause" zu fahren. Wie oft waren mein Mann und ich schon in Tönning und auch in Friedrichstadt gewesen. Manchmal nur auf einem Nachmittag zum Kaffeetrinken, manchmal auch einen ganzen Tag. Nun sollte es also dort hin gehen.

Schon am Vortag der Reise bemerkte ich, dass ich des Öfteren zum Himmel blickte, als wenn ich schon sehen könnte, wie das Wetter werden würde. Die Aussichten waren ja nicht sehr viel versprechend, einen Schirm sollte man wohl doch mitnehmen. Am Sonntagmorgen blinzelte ich erst einmal in Richtung Fenster, nein, das durfte doch nicht sein, es regnete. Sofort beruhigte ich mich, bis wir am Ziel ankommen, wird es sicher schon wieder ganz anders sein. Außerdem, wenn es hier regnet, braucht es in Nordfriesland noch lange nicht zu regnen.

Als ich am ZOB ankam, war unser Bus bereits da, aber noch sehr wenige Mitglieder, was sich allerdings ganz schnell ändern sollte. Viele der Mitglieder sah man ja nur ein- bis zweimal im Jahr und dementsprechend gab es auch wieder ein großes "Hallo". Mich freute besonders, dass Jochen Brandtner und seine Frau Gisela an dem Ausflug teilnahmen. Dann nahmen alle ihre Plätze ein und, eigentlich war es keine all zu große Überraschung, der Bus war mal wieder bis fast auf den letzten Platz belegt. Insgesamt waren wir 59 Reisende, ich finde das immer wieder schön und es zeigt auch ein wenig Zusammengehörigkeitsgefühl. Dieter Hanf und seine Frau würden wir erst in Tönning sehen, da er aus gesundheitlichen Gründen lieber mit dem Auto gefahren war, umso mehr freute ich mich, dass er an diesem Ausflug mit teilnahm.

Fast pünktlich fuhren wir los. Es regnete in Strömen, aber das tat der Stimmung im Bus keinen Abbruch. Es ging über die Fruchtallee, Kieler-Str. zur Autobahn A7 und dann auf die A 23. Wir kamen fast an meiner Haustür, in Pinneberg vorbei, eigentlich hätte ich doch hier zusteigen können. Wäre bei dem Wetter aber auch nicht so schön gewesen, wahrscheinlich wäre ich inzwischen nass wie ein Pudel. Wir durchquerten den Großraum Pinneberg, dann an Elmshorn vorbei und weiter in Richtung Itzehoe. Kurz vor Itzehoe überquert eine Brücke die Stör, und auf diesen Anblick freue ich mich immer. Wenn die Sonne scheint und der Fluss mit dem blauen Wasser sich durch die grünen Wiesen schlängelt, ist das etwas fürs Auge. Dazu das weite, flache Land, wo man dem Horizont so nahe ist, einfach herrlich. Hinter Itzehoe verließen wir den Landkreis Steinburg und kamen in das Dithmarscher Land, welches sich von Brunsbüttel über Meldorf, Heide bis kurz vor Friedrichstadt und Tönning zieht. Nachdem wir die Ausfahrt Schenefeld (Dithmarschen) passiert haben, kann man in der Ferne schon die Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal sehen. Darauf freute ich mich wieder besonders. Da ich mich als PKW-Fahrerin ja auf den Verkehr konzentrieren muss, kann ich nie diese tolle Aussicht genießen. Jetzt im Bus, wo ich ja so schööööön hoch sitze, kann ich diese Aussicht in vollen Zügen erleben. Leider regnete es noch immer, die Sicht ist nicht so gut, und ein Schiff war auch weit und breit nicht zu sehen. Naja, macht ja nichts, wir haben ja auch noch den Rückweg. Das Land rechts und links der Autobahn ist sehr flach geworden, von ein paar kleinen Hügeln abgesehen. Wir fuhren jetzt in Richtung Heide, und mein Herz wird ein wenig melancholisch. Hier in Heide, besser gesagt im Krankenhaus, wurde die Krankheit meines Mannes diagnostiziert. Seit dieser Zeit zieht sich mein Herz zusammen, wenn ich in die Nähe dieser Stadt komme. Hinter Heide ist die Autobahn zu Ende, und nun ist es nicht mehr weit bis nach Tönning. Kurz vorher ging es etwas erhöht weiter, und von der Brücke aus konnte man auf der linken Seite schon Tönning sehen. Rechts daneben war dann auch schon unser erster Anlaufpunkt zu erkennen. Das Multimar Wattforum. Darauf freute ich mich auch wieder, denn, obwohl ich schon oft dort war, habe ich es noch nie geschafft, hinein zu kommen. Es ist natürlich ein großer touristischer Magnet und im Sommer immer sehr voll. Nun sollte ich also Gelegenheit haben, mich darin umzusehen.

Auf dem Parkplatz angekommen, stellte sich heraus, dass doch der größte Teil mit ins Wattforum gehen würde. Inzwischen hatte es aufgehört zu regnen und wir konnten sogar die dicken Jacken und auch den Regenschirm im Bus lassen. Die Luft roch würzig nach dem nahen Meer, und direkt am Wattforum grasten ein paar Schafe.

Das Wattforum wurde seinerzeit zur Weltausstellung gebaut und ist das größte und modernste Informations- und Bildungszentrum für den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Spannend werden hier die Geheimnisse des einzigartigen Lebensraumes Wattenmeer präsentiert. Und was gab es nicht alles zu sehen. 12 Groß- und 17 Klein-Aquarien, eine Erlebnisausstellung, Aktionsstationen, detailgetreue Landschaftsmodelle, Mikroskope und Kurzfilme. Dann das Walhaus. Darin ist ein 17,5 m langes Präparat eines 1997 gestrandeten Pottwals zu sehen. Übrigens ist es weltweit das größte seiner Art.

Tönning selber ist eine kleine Hafenstadt mit einem sehr schönen alten Hafen. Im Hafen gibt es eine Besondertheit auf der gegenüberliegenden Seite. Dort ist ein alter Speicher zu sehen. Es ist ein historisches Packhaus, wurde 1602 erbaut und war früher auch mal Hospital. Im Sommer beherbergt es eine Ausstellung, und im Winter ist das Packhaus am Hafen der längste Weihnachtskalender der Welt. Ich selber habe zwar schon des Öfteren die Vorarbeiten gesehen, es aber leider bisher nie geschafft, bei dem Öffnen einer Tür dabei zu sein. Das Haus selber ist eingerahmt mit Lichterketten, und ich stelle es mir im Winter bei Eis und Schnee besonders idyllisch vor.

Leider mussten wir uns viel zu früh von Tönning trennen, um unsere Weiterfahrt nach Friedrichstadt anzutreten. Dort angekommen erwartete uns strahlender Sonnenschein, und es war angenehm warm. Wir versammelten uns im Restaurant des Hotels Aquarium zum Mittagessen. Das dauerte leider länger als eingeplant und war auch etwas chaotisch. Es hat aber allen geschmeckt. Danach brachen wir zu unserer Grachtenfahrt auf. Es war herrlich. Die Sonne schien noch immer, und wir fuhren mit einem offenen Boot. Unser Kapitän erzählte uns viel von der Geschichte Friedrichstadts und machte uns auf historische Gebäude aufmerksam, die alle einen ganz eigenen Charakter haben. Des Öfteren benutzte er einen Ausdruck "Remonstranten". Später im Bus hörte ich, dass sich viele unter diesem Begriff nichts vorstellen konnten. Deshalb habe ich mich schlau gemacht, und hier kommt nun die Erklärung. Es handelt sich um niederländische Glaubensflüchtlinge. Die Remonstranten-Kirche, an der wir auch vorbei gekommen sind, wurde 1854 erbaut und ist die einzige Kirche dieser Glaubensrichtung außerhalb der Niederlande.

Was gab es nicht alles am Ufer zu sehen. Einen Fischreiher, Schafe, kleine Boote, Ausflugsschiffe, Enten und viel Natur. Auch die Giebelhäuser von der Wasserseite aus zu sehen, selbst auf dieser Seite bei den meisten Häusern auch die Gärten blitzsauber und zum Teil sehr liebevoll gestaltet.

Friedrichstadt, dieses alte holländische Städtchen, hat seinen ganz besonderen Reiz. Es ist ein blitzsauberes Städtchen mit seinen Giebelhäusern, Kopfsteinpflaster und beherbergt viele Künstler und auch alte Handwerkskunst. Ich war einmal im Hochsommer dort und da der Ort doch relativ weit weg ist vom Meer, war es entsprechend heiß. Es wehte kein Wind, und in den engen Gassen stand die Hitze. Für so einen Ausflug war es genau die richtige Zeit. Es war sonnig und warm, aber nicht zu heiß, rundherum schööööööön.

Leider neigte sich die Grachtenfahrt zu Ende, und wir legten wieder an der Anlegestelle fest. Am gleichen Steg lag ein etwas größeres Schiff, und als wir sahen, dass dort bereits der Kaffeetisch gedeckt war, ließen die Mitglieder Ahs und Ohs hören und alle strahlten. Auf der Einladung stand ja Kaffee und Kuchen am Wasser. Nun war es aber auf dem Wasser. Fröhlich und gut gelaunt gingen wir an Bord. Wir tranken unseren Kaffe, aßen unseren Kuchen und dann, ja dann kam der Kapitän und, wir trauten unseren Augen nicht, wir legten doch tatsächlich ab. Damit hatte keiner gerechnet. An den Gesichtern konnte man erkennen, dass diese Überraschung gelungen war. Der Kapitän ein Urgestein, fröhlich mit einigen Schnacks auf Lager, und so fuhren wir auf die Treene. Nach einiger Zeit meinte unser Kapitän, es war ja nur eine kleine Fahrt geplant, aber wir hätten ja wohl nichts dagegen, wenn die Fahrt ein wenig größer ausfallen würde. Klar, dass niemand dagegen war, im Gegenteil. Einige genossen die Sonnenstrahlen und die herrliche Aussicht an Deck, leider war dort jedoch nicht für alle Platz. Übrigens schien die Sonne immer noch. Danach ging es nun endgültig zurück und wir versammelten uns wieder an unserem Bus. Wir befuhren die gleiche Strecke, und dieses Mal hatten wir Glück. Am Nord-Ostsee-Kanal erwartete uns nicht nur eine sehr schöne Sicht mit Sonnenschein, nein, auch gleich drei Containerschiffe mit darauf. Je näher wir an Hamburg kamen, je wolkiger wurde es, aber es war immer noch trocken, als wir gegen 19:30 Uhr wieder am ZOB ankamen.

Es war mal wieder ein sehr gelungener Ausflug, und ich denke, mit dieser Meinung stehe ich nicht allein da. Ich möchte mich an dieser Stelle, im Namen aller Mitglieder, bei Joan Meins für die Organisation bedanken.

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Ausflug 2004

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